Das Interview

Schön, dass du Zeit für ein Interview hast. Erzähl doch mal. Womit fing alles an?

Wie? Womit fing alles an?

Naja, wo sind deine fotografischen Wurzeln? Dein Start?

Das weiß ich doch jetzt nicht mehr. Aber meine erste Kamera war eine Voigtländer Vito C mit Blitz an der Seite. Analog – logisch. Also mit Film. Die hab ich mal irgendwann – viel zu billig – auf einem Flohmarkt verkauft. Danach dann eine gebrauchte Yashica AF-230. Klasse Teil. Heller, großer Sucher. Damit sind Urlaubsbilder ohne Ende entstanden. Die steht zwar in meinem „Museum“, geht aber noch. Eine Agfa Box, eine Agfa Clack und eine Iso-Rapid verstauben da auch. Stop. Jetzt erinnere ich mich wieder. Meine allererste Kamera war die Agfa Clack. Als kleiner Buttje. Was hab ich geknipst. War aber kein Film drin.
Ach, war das schön damals…

Das gute, alte analoge Zeitalter…

Ja, Moment. Digital kommt ja jetzt. Es war ein Dezember. Ich weiß es noch wie heute. Das Objekt meiner Begierde residierte in der Vitrine der Fotoabteilung (ja, die gab es mal) bei Karstadt in der Mönckebergstraße.
Die oder keine.

Nun spann uns nicht auf die Folter. Um was ging es denn da?

Ich sag nur: Canon PowerShot G2. Der Einstieg in die digitale Wunderwelt. Wenn nicht sogar in die Profifotografie. Mit sagenhaften 4 Megapixel. Für noch sagenhaftere 1.998 DM. DM war übrigens die Währung damals. Mit Klappdisplay. Und…Made in Japan.

Und – hast du zugegriffen?

Ich bin mir sicher. Die Fachverkäufer der Abteilung waren alle genervt von mir. Schließlich war das ja keine spontane Entscheidung. Da gibt’s Fragen…man muss das Teil ja auch mal in die Hand nehmen…Knöpfe drehen…Display klappen. Und das hab ich dann so oder ähnlich bei vier, fünf, sechs vorweihnachtlichen Besuchen gemacht.

Ja, Klasse! Und – hast du denn nun zugeschlagen?

Langsam, langsam. Knapp zwei Mille sind ja nun kein Pappenstiel. Aber – Glückes Geschick – es gab eine Preisaktion für Fotoartikel. Wie das nun genau war? Da müsste ich überlegen. Warte mal. Naja. Eins Acht und das Ding war meins! Mein Gott. Vor lauter Stolz konnte ich kaum gehen. Heute ist das Teil Kult. Glaub mir. Geb ich nie wieder her. Die Verkäufer…

Ja?

…wischten sich erleichtert den Schweiss von der Stirn. Mich waren sie los – für’s erste. Aber das erzähl ich gleich…

Okay. Danke für das Interview. Ich muss dann mal los.

Ähm, Halt mal. Das war doch erst der Anfang…